Kreuzweg

Am Aschermittwoch 2000 wurde diese Installation im Kreuzgang des Münsters von Neuberg an der Mürz in der Steiermark eröffnet. 14 speziell designte Bildschirmstationen boten eine zeitgemäße Version der an sich in allen Kirchen präsenten Darstellung des Leidenswegs Christi und eröffneten sowohl vom inhaltlichen Zugriff her als auch formal neue Dimensionen. Die elektronische Vermittlung soll aufzeigen, dass der Kreuzweg mit seinen Stationen eine zutiefst heutige Angelegenheit ist und nicht nur das Gedenken an ein historisches Ereignis darstellt.

Nicht die biblische Geschichte, auch nicht die Aktualisierung mit heutigen Schreckensbildern, sondern die innere Aussage der Stationen im konkreten Bezug zum Verhalten der „Pilger“ (=Besucher) wird deutlich gemacht und transportiert. Titel und Assoziativbegriffe sollen helfen, die persönliche Relevanz der Botschaft jeder Station zu erkennen. Die jeweils hinter einer Kreuzschablone sichtbaren Portraits sind als Spiegel und direkte Verbindung in die reale Umwelt beim Betrachten gedacht. Peter Schleicher, der damalige Pfarrer von Neuberg hat zu jeder Station Texte des Bernhard von Clairvaux ausgewählt. Diese schaffen eine Klammer über fast 1000 Jahre Auseinandersetzung mit dem Wesen des Kreuzes. Die 14. Station, das Grab, gibt Raum für persönliche Reflexion und Meditation.

Über die Domain www.kreuzweg.cc ist dieses Programm auch noch heute weltweit in fünf Sprachen (Deutsch, Latein, Englisch, Italienisch, Französisch) verfügbar. Ursprünglich gab es auch die Möglichkeit für persönliche Kommentare.

Am 31. März 2001 wurde das Installationsprojekt in Neuberg mit einer Aufführung von „Die sieben Worte unseres Erlösers am Kreuz“ von Joseph Haydn (Streichquartettversion mit Vokalquartett) abgeschlossen.